Sonntag, 26. Juni 2016

Entenliebe



Wenn die Wälder auf den Hängen der schwarzen Berge langsam beginnen ihr Grün zu verlieren und das farbige Kleid des Herbstes anlegen, dann ist es für die Bewohner der Täler an der Zeit sich auf den Winter vorzubereiten. Seit Urzeiten, selbst die ältesten der Stammesältesten können sich nicht daran erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre, ziehen zu dieser Zeit die Wildenten gen Süden. Niemand kennt das Geheimnis, wie sie jedes Jahr den Weg über die Felsenberge und Wüsten, bis zu den warmen Ländern im Süden finden. Dennoch finden sich die Vögel jedes Jahr zu Paaren auf dem See ein und ein immer größerer Schwarm bildet sich, bis ein unsichtbares Zeichen zum Aufbruch gegeben wird und der Vogelzug beginnt. Doch der Schwarm hält nicht zusammen, ihr Ziel erreicht jede Ente alleine und bleibt allein, bis es wieder Zeit ist in den hohen Norden zu wandern um den ewigen Kreis des Lebens aufs Neue beginnen zu lassen.
 
Zu jener Zeit saß einst ein Junge vom Stamm der Krähenfüße am Ufer des Sees und beobachtete, wie sich die Enten auf der Spiegelfläche des tiefschwarzen Gewässers sammelten. Von seiner Festung auf den Gipfeln der schwarzen Berge drohte der Winter bereits mit Schnee und Eis, doch noch waren nicht alle Bäume am Ufer bereit, sich von ihrem sattgrünen Sommerkleid zu trennen. Der Junge war an den See gekommen, um dem geschäftigen Treiben im Dorf zu entrinnen und einige Zeit alleine zu sein. Ein Gedanke ließ ihn seit einigen Tagen nicht mehr los. Er fragte sich, wie es die Enten immer wieder schafften, sich im Gewimmel des Schwarms zu finden. Seine Mutter hatte ihm erzählt, dass sich ein Entenpaar ein Leben lang die Treue hält. Wildenten konnten zwanzig Sommer leben und jeden Herbst zogen sie gemeinsam in den Süden. Dort verlören sie sich aus den Augen, doch im Frühling, wenn sich der eisige Griff des Winters löst und der Frost den Rückzug auf die Gipfel der Felsenberge antritt, dann kehren sie zurück. Zurück an den See an dessen Ufer sie einst selbst geschlüpft waren und zurück zu ihrem Partner. Wie war das möglich? Welche geheimnisvolle Macht lenkte die Schwingen der Tiere? Der Indianerjunge verstand es nicht und konzentrierte sich sosehr auf diese Frage, dass er Zeit und Raum um sich herum völlig vergaß. 

Er erschrak fürchterlich, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte und eine vertraute Stimme hörte: „Kleine Krähe, warum bist du nicht beim Zelt deiner Mutter? Sie sorgt sich um dich und die Krieger suchen nach dir, denn seit Stunden bist du verschwunden.“ Kleine Krähe sprang erschrocken von dem Stein auf, auf dem er gesessen hatte und sah den Schamanen des Dorfes an. Ein sanftes Lächeln lag auf den furchigen Zügen des uralten Mannes, von dem niemand wusste wie viele Sommer es waren, die seiner Haut das Aussehen von verwittertem Leder gegeben hatten, noch wie viele Winter sein Haar so weiß wie den Schnee auf den Gipfeln der Berge hatten werden lassen. „Rasender Büffel, verzeih mir. Ich denke darüber nach, wie sich die Entenpaare auf dem See im Frühjahr wieder finden. Sie fliegen weit über die Jagdgründe unseres Stammes und die vieler anderer Stämme. Über die Städte der weißen Männer ebenso wie über die leblosen Wüsten, Roter Bison hat sogar gesagt sie flögen über das große Wasser.“ Der Schamane nahm seine Hand von der Schulter des Jungen und sah auf den See hinaus. Er nickte und sagte, den Blick immer noch über das Wasser schweifen lassend: „Es ist wahr was Roter Bison sagt. Die Enten fliegen bis in jenes Land, das die Weißen Mexiko nennen und für das wir keinen Namen haben weil wir es noch nie gesehen haben. Ein Krieger müsste einen ganzen Sommer wandern, um jene Gründe zu erreichen, in denen die Enten dem Winter trotzen. Wir kennen diese Gründe nicht, aber ich kann dir sagen welche Macht es ist, deren segensreiche Hand die Enten wieder zusammenführt, wenn sie ihre einsame Wanderung beendet haben. Man nennt diese Macht Liebe und wir alle verdanken ihr unser Leben. Nur wer wahrhaft liebt kann auch wahrhaft leben. Die Hand Manitus streut die Liebe reichlich über das Land, doch nur wenige verstehen ihre segensreiche Kraft so eindrucksvoll zu nutzen wie die Enten. Wenn wir Menschen, die wir zwar nicht höher stehen als sie, aber doch mehr Verstand haben, die Liebe annehmen und unser Leben damit anfüllen, dann können wir soweit wandern wie die Enten, aber wir finden doch immer wieder zurück zu unseren Geliebten, können dabei aber für unsere Schwestern und Brüder sein wie milder Regen für das Land.“

Kleine Krähe sah den Schamanen an und nickte, er hatte verstanden und beschloss die Liebe zu suchen und für sich zu finden. Denn der wahre Reichtum, das erschloss sich ihm wie von selbst aus den Worten des Uralten, lag nicht daran wieviel man besaß, sondern wieviel Liebe man geben konnte. Denn Liebe ist ein Gut, dass sich vermehrt wenn man es abgibt und das sich vermindert wenn man es nur für sich selbst behält.


Text und Foto: Markus Zinnecker, 2016

Sonntag, 19. Juni 2016

Terra

Eine Liebeserklärung an den blauen Planeten, gesehen mit den Augen des Raumfahrers Urmanov in einer fernen Zukunft.


Wie ein blauer Brillant, gebettet in schwarzem Samt und getragen von den zerbrechlichen Fingern des Lichtes, dargebracht als Geschenk an die Königin des Himmels, an die oberste Gottheit im Pantheon der Sterne, als wahrhaft großartiges Devotional, zur Ehre der Quelle allen Lebens. So wirkte jener kleine, von weiten Wassern bedeckte Planet, der als dritter Begleiter einen gelben Zwergstern umkreiste. Wie eine Oase im lebensfeindlichen Nichts des Weltraums erschien diese kleine Welt. Sie war es auch, als die Augen des derzeitigen Betrachters über sie glitten. Angefüllt mit Frieden und Leben, nicht mit Kriegen und Tod wie in ihrer Vergangenheit. Der Betrachter wusste um die wechselvolle Geschichte dieses Planeten, der Urheimat seines Volkes.

Seine Ahnen waren vor Äonen von hier ausgezogen, um die Sterne zu erobern.

Von Alpha Centaury bis in den Orioncluster, von den Planetenbögen bei Wolf 359 hin zu den dunklen Neutronensternen, jenseits der galaktischen Arme, waren sie gezogen. Sie hatten viele Welten gefunden, manche kolonisiert und sie waren anderen Sternenvölkern begegnet. Sie hatten den kriegerischen, in ihrer ewigen Suche nach Ehre auf dem Feld des Blutes alles niederwerfenden, Dworzianern widerstanden. Sie waren den hintertriebenen und listigen Zanekianern begegnet und hatten versucht, die Geheimnisse der Sorgok zu ergründen. Das Volk der Ahnen hatte sich aufgespalten, Mutantenvölker auf entlegenen Kolonieplaneten waren entstanden und es hatte einen fürchterlichen Bürgerkrieg gegeben. Der alte Fluch von Neid, Habgier und Zerwürfnis war den Weltraumnomaden bis an die Ränder ihres Sternenimperiums gefolgt.

Dennoch gab es etwas, das sie alle vereinte. Tief in ihrem genetischen Code jedoch schlummerte die alles übertreffende, mächtige Sehnsucht nach der uralten Heimat. Jenem kleinen Planeten, den jetzt das Raumschiff des Betrachters umkreiste. Jener von blauen Ozeanen und grünen Kontinenten überzogenen Kugel, auf der heute zwölf Milliarden Menschen friedliche lebten. Jener Welt, der ihr Versprechen eines guten Lebens für alle Bewohner, nach so langer Zeit entlich einzulösen erlaubt wurde.

Die dunkle Nachtseite, in den mit Rubinen aus brennendem Licht übersäten Mantel absoluter Schwärze gehüllt, wirkte durch die Aussichtsfenster des Schiffes fast noch majestätischer als die Tagseite mit ihren weichen, grünen Kontinenten und dem Ultramarinblau scheinbar unergründlicher Meere. Es wollte dem Beobachter nicht gelingen, seine Augen von der faszinierenden Schönheit des Planeten abzuwenden. Der Anblick verzauberte ihn, lies seine Gedanken abgleiten, quer durch Raum und Zeit, hin zu einer Epoche, als dieser Planet für die Menschen das Universum ausfüllte und ein Schiff ein hölzernes Ding war, das auf den geheimnisbedeckenden Wellen seiner Meere schwankte. Getrieben von den Winden und gesteuert von den Träumen der Menschen, die nach neuen Gestaden suchten.

Fast hätte er in seinen Gedanken die Feuergeburt eines neuen Tages verpasst. In lautloser Majestät erschien die in nuklearer Weißglut brennende Strahlenscheibe Sols über dem Terminator. Das seit Milliarden Jahren gleiche Schauspiel der immerwährenden Schlacht zwischen Licht und Finsternis, die wieder und wieder vom Licht gewonnen wird. Gefeiert vom drittem Begleiter des uralten Sterns, mit furiosen Lichtkaskaden in der gleißenden Atmosphäre. Ein Opferfeuer für die Himmelsgöttin, so strahlend, dass dem Beobachter nichts blieb, als den Blick abzuwenden und Schutz bei den kalten Anzeigen des Schiffscomputers zu suchen. Dort auf dem Bildschirm sah er wiederum den Planeten, in klarem Abbild, gefiltert durch die Sensorenaugen des Schiffes. Darunter stand jener Name, der für Menschen immer den Beiklang der heiligen Heimat haben wird: Terra, Erde!



Text: Markus Zinnecker, 2015
Bild: NASA (die Erde, gesehen von Gemini 7, 1965) http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001067.html
 


 

in eigener Sache: fotografische Arbeiten

Mit diesem Beitrag möchte ich nur bekannt geben, dass mein Flickr-Fotoalbum ab sofort auch über den Blog erreichbar ist. Ich weiß, dass einige meiner Leser auch meine Bilder mögen und möchte daher nur kurz darauf hinweisen, dass ich diese ab sofort rechts in der Seitenleiste des Blogs verlinkt habe. 



Donnerstag, 16. Juni 2016

Maschinenkrieg auf ‚gX-thok



Fahles Licht, dem man das ungeheure Alter und die relative Kälte seiner Quelle anzusehen glaubte, erhellt das Sonnensystem von Epsilon-Sigma. Vier tote Planeten, allesamt eisige Steinwüsten, umkreisten den greisen Stern. Die kleine Sonne hatte bereits den Großteil ihres Wasserstoffvorrates verbrannt und würde in wenigen Millionen Jahren erlöschen. Nach den Maßstäben der Galaxis war dies ein sterbender Stern, der bildlich gesprochen seine letzten Atemzüge tat und langsam dahinschied. Auch wenn derartige Zeiträume für menschliche Besucher unvorstellbar weit in die Zukunft reichten, eine merkwürdige Stimmung breitete sich doch auf jenem Schiff aus, dass soeben den Hyperraumsprung beendet und in das Sonnensystem eingetreten war. 

Kapitän Urmanov war, wie es seiner Gewohnheit entsprach, neben den Rudergänger getreten und sah diesem über die Schulter. Auf der Steuerkonsole zeigten die Instrumente an, dass ein ungewöhnlich geringer Gravitationssog vom Zentralstern ausging. Ein deutlicher Hinweis, auf die bereits erheblich reduzierte Masse der Sonne. Für den Langsprungfrachter SS-Ural hatte dies jedoch den Vorteil, dass es dadurch möglich war, auch ohne ein Sprungtor relativ nahe an der Ekliptik aus dem Hyperraum auszutreten. Somit war die Flugzeit im Normalraum kürzer und es war möglich, sehr Treibstoffsparend zu manövrieren. Epsilon-Sigma lag weit ab der normalen Handelsrouten und war unbewohnt, darum gab es hier kein Sprungtor und der Frachter hatte frei abspringen müssen. Ein technisch problemloser, für die Besatzung jedoch unangenehmer Vorgang. Die Relativitätsverzerrung des Wiedereintritts in den Normalraum sorgte bei vielen Raumfahrern für Übelkeit und Schwindelgefühle. Auch der Kapitän war froh, dass der Absprung bereits hinter ihnen lag und sie ihr Ziel bald erreichen würden. Die Ural trug in ihrem Frachtraum mehrere Container mit Versorgungsgütern für eine archäologische Expedition, die Ruinen einer bisher unbekannten Xenokultur auf dem dritten Planeten des Systems untersuchten. Eben jener Plant, kam langsam in Sicht und wurde scheinbar immer größer, je weiter sich der Frachter der toten Welt näherte. 

„Funker, rufen sie den archäologischen Außenposten. Sie sollen uns die Anflugvektoren schicken, damit wir in einen passenden Orbit gehen können.“ 

Urmanov nickte kurz, als der Kommunikationsoffizier im hinteren Teil der Brücke den Befehl knapp bestätigte und versuchte, mit dem Außenposten Verbindung aufzunehmen. 

„SS-Ural, hier Professor Groover vom Institut für Xenoarchäologie. Willkommen in Epsilon-Sigma. Gehen sie in einen beliebigen Parkorbit, wir schicken unsere Fähre um die Waren zu übernehmen.“ 

Die Stimme des Archäologen verstummte und nur noch die leisen Geräusche des Schiffes erfüllten das Brückendeck. Urmanov beobachtete weiterhin den Planeten, der mittlerweile fast das komplette Sichtfeld der großen Panoramafenster ausfüllte. Eine tote Welt, die schon vor Jahrtausenden ihre Atmosphäre verloren hatte. Aber trotzdem, irgendwann, vor Äonen, hatte hier ein Volk gelebt, das fortgeschritten genug war um Gebäude zu errichten, deren Reste ihre Erbauer überdauert hatten. Nie zuvor hatten Xenoarchäologen eine derart alte Kultur entdeckt. Es schien, als habe sich hier das Leben früher entwickelt als in anderen Teilen der Galaxis, aber aus irgend einem Grund war das Volk, das hier einst lebte, wieder verschwunden. Ein Geheimnis, das ebenso schaurig war wie das fahle Licht der sterbenden Sonne. Urmanov fröstelte es und unwillkürlich sah er hinüber zu den Ambientekontrollen. Doch die Werte waren normal, es war an Bord nicht kälter geworden.

„Kapitän, eine Raumfähre steigt vom Planeten auf und nimmt Kurs auf uns. Soll ich ihr einen Andockport zuweisen?“

Die Stimme des Funkers holte den alten Kapitän zurück in die Realität.

„Nein, wir nehmen die Fähre an Bord, wenn sie nicht zu groß ist. Die Container für den Außenposten befinden sich alle in Frachtraum vier, dort soll die Fähre landen. Steuermann: Öffnen sie die Raumtore von Frachtraum vier. Funker: Teilen sie der Fähre mit, dass wir sie an Bord nehmen.“

Auf einem Bildschirm an einer der seitlichen Arbeitsstationen beobachtete Urmanov das Manöver. Sanft setzte das kleine Raumfahrzeug im riesigen Frachtraum des Langsprungschiffes auf. 

„Ich will mir den Piloten der Fähre mal ansehen.“ 

Mit diesen Worten verließ der Kapitän die Brücke und machte sich auf den Weg zum Frachtraum vier. Die Bewohner entlegener Außenposten wie diesem faszinierten Urmanov. Er selbst war auf der Erde aufgewachsen, einem dicht bevölkerten Planeten mit mehr als zwanzig Milliarden Bewohnern. Fast sein gesamtes Leben als Erwachsener hatte er auf Raumschiffen der Flotte zugebracht, auch dort waren immer viele Menschen auf engem Raum untergebracht. Die Einsamkeit, die viele Kolonisten und Forscher so liebten, war ihm stets verhasst gewesen. Dennoch, die Vielfalt des menschlichen Charakters war ein beständiger Gegenstand der Faszination für den altgedienten Kommandanten. Daher wollte er sich auch diese Gelegenheit, einen Bewohner des tiefen Weltraums kennenzulernen, nicht entgehen lassen.
Im Frachtraum fiel sein Blick zunächst auf die alte, zerschundene Raumfähre. Offenbar ein ausgemustertes Marineschiff, das in den Bestand des Instituts übergegangen war. Auf dem grauen Rumpf waren gerade noch die verblichenen Buchstaben zu erkennen, die den Schriftzug „Institut für Xenoarchäologie, Universität von Terranova“ bildeten. Neben der Fähre stand ein jugendlich wirkender, bei näherer Betrachtung aber bereits im fortgeschrittenen Alter befindlicher Mann in Zivilkleidung. Dieser beobachtete aufmerksam, wie die Container mit Versorgungsgütern von zwei Frachtrobotern in der Fähre verstaut wurden. Als er Urmanov bemerkte, lächelte er freundlich zu ihm hinüber und sagte: 

„Ah, Kapitän Urmanov, nehme ich an. Ich bin Professor Groover, der Leiter des Außenpostens.“ 

Urmanov trat zu dem Wissenschaftler und schüttelte ihm die Hand. 

„Es freut mich sie kennenzulernen Professor. Warum bemühen sie sich selbst hierher und nicht einer ihrer Mitarbeiter?“ 

„Wissen sie Kapitän, wir sind ja nur fünf Leute auf dem Außenposten und meine Kollegen sind zurzeit alle mit ihrer Forschung beschäftigt. Da wollte ich sie nicht stören und habe mich selbst in die Fähre gesetzt.“ 

„Professor, können sie mir etwas über die Ausgrabung erzählen?“ 

Bei dieser Frage leuchteten Urmanovs Augen mit einer fast kindlichen Neugier und der Wissenschaftler musste unwillkürlich lächeln. 

„Gerne Kapitän. Aber haben sie auf ihrem Schiff keinen gemütlicheren Ort als diesen Frachtraum? Es scheint, als würde das Verladen der Waren noch einige Zeit dauern.“

Mit einer stummen Geste wies Urmanov auf die Tür des Frachtraums und beide Männer setzten sich in Bewegung. Der Kapitän führte seinen Gast durch die Korridore des Schiffes zur Offiziersmesse, wo dieser einen Tisch am Fenster auswählte. Urmanov, der zwei Tassen mit Kaffee aus dem Nahrungssynthetisierer geholt hatte, nahm ihm gegenüber Platz und sah ihn gespannt an.

„Der Planet den wir gerade umkreisen kennen sie als Epsilon-Sigma-Drei. Doch er hieß nicht immer so. Nach allem was wir bisher wissen, nannten seine Bewohner ihn ‚gX-thok. Was das Wort für eine Bedeutung hat wissen wir nicht, wir können die Sprache des alten Volkes, so die vorläufige Bezeichnung, bisher nicht vollständig übersetzen. Dazu haben wir noch zu wenige schriftliche Zeugnisse und unser Verständnis ist nur bruchstückhaft. Aber der Name ‚gX-thok taucht immer wieder auf und wir wissen, dass er für den Planeten steht.“ 

„Wie alt sind die Ruinen?“ 

„Das können wir nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Aber nach einigen Fossilienfunden und Bezügen zu Sternenkonstellationen, die wir aus der Architektur einiger Gebäude ableiten konnten, gehen wir davon aus, dass dieser Planet zuletzt vor zirka zwei Milliarden Jahren bewohnt war.“ 

Urmanov lief ein kalter Schauer über den Rücken. Dass die Ruinen uralt waren hatte er gewusst, aber das es sich um ein derart enormes Alter handelte war ihm neu. 

„Professor, haben diese Leute Raumfahrt betrieben?“ 

Der Wissenschaftler lächelte als er antwortete:

„Ich dachte mir schon, dass sie das fragen würden Kapitän. Ja, es sieht danach aus als habe man damals, zumindest in sehr einfachem Umfang, Raumfahrt betrieben. Wir wissen nicht, ob diese Leute über Sprungschiffe verfügten, aber sie besaßen wohl Raumfahrzeuge, mit denen zumindest hohe Unterlichtgeschwindigkeit erreicht werden konnte. Auf einem der Monde des vierten Planeten haben wir ein Wrack gefunden, es handelte sich um ein Schiff, das den Sonnenwind als Antriebskraft nutzte.“

Der Professor lächelte als er die Begeisterung in Urmanovs Augen sah. Er sprach weiter:

„Das alte Volk verschwand vor etwa zwei Milliarden Jahren. Wir wissen auch warum, denn die Spuren davon sind auch nach all der Zeit noch erhalten. Der Planet ist geologisch unglaublich stabil, es gibt so gut wie keine tektonische Aktivität und das Wetter war extrem trocken, als es noch eine Atmosphäre ab. Auf dem Planeten haben sich an vielen Stellen die Reste von Maschinen erhalten, dazu die Spuren der Tätigkeit dieser Maschinen. Im unmittelbaren Umfeld diese Maschinenreste sind fast immer Fossilien zu finden. Die versteinerten Überreste der Planetenbewohner.“

Urmanov bemerkte einen seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht des Forschers. Dieser schien innerlich zu erschaudern, als er von den Maschinen und den Fossilien berichtete. Er vermutete daher einen Zusammenhang zwischen den Technologiespuren und dem Verschwinden des alten Volkes.

„Was für Maschinen sind das gewesen? Wissen sie etwas darüber?“ 

„Ja Kapitän. Es waren Kriegsmaschinen. Maschinen deren Bestimmung es war, automatisiert Krieg zu führen. Vermutlich existierten in der Welt der Alten mehrere Fraktionen, die in einem andauernden Konflikt standen. Irgendwann setzte eine der Seiten die besagten Kriegsautomaten ein. Diese funktionierten wohl erschreckend gut und als der Gegner vernichtet war, wandten sich die Maschinen gegen ihre Erbauer. Als auch diese ausgelöscht waren, tobte auf dem Planeten ein Bürgerkrieg der Roboter, bis auch diese völlig ausgelöscht waren.“

Es trat ein Moment des Schweigens zwischen den Männern ein und die Stille des Alls schien durch die Fenster in die Offiziersmesse hinein zu reichen. Dann atmete Urmanov tief durch und sah den Professor an. Er fragte:

„Woher wissen sie dies so genau? Ich meine, all dies geschah zu einer Zeit, als die Menschheit noch nicht existierte.“

„Wir vermuteten es wie gesagt aufgrund der xenoarchäologischen Befunde des Planeten. Aber das Raumschiffwrack von dem ich erzählt habe brachte Gewissheit. Egal wie gut etwas auf einem Planeten konserviert wird, nichts geht über die konservierende Wirkung des Alls. Wir verdanken den Computern des Schiffs, die unser Techniker tatsächlich reaktivieren konnte, einen Großteil unseres Wissens über die Sprache der Alten. Die Datenbank des Rechners enthielt aber auch einige Informationen über den Auftrag des Raumers. Kapitän, es war ein Flüchtlingsschiff. An Bord befanden sich die letzten Überlebendend es Planeten. Sie sind in ihrer Verzweiflung ins All geflohen, aber selbst dort waren sie nicht sicher. Eine Kampfdrohne schoss den Sonnensegler ab und er wurde zum Grab der letzten Zeugen.“

Groovers Blick ging am Kapitän vorbei, hinaus ins All und es schien, als sähen die grauen Augen des Mannes nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit. Hin zu den Alten, die von ihren eigenen Fehlern vernichtet wurden. Die von den Kriegsdämonen, die sie für dienstbare Geister gehalten hatten, ausgelöscht worden waren.
Einige Stunden später stand Kapitän Urmanov auf der Brücke der Ural und beobachtete, wie die Raumfähre des Professors hinter dem Planeten verschwand. Groover würde weiter nach den Geheimnissen der Alten forschen. Er, Urmanov, würde jedoch die Botschaft vom Untergang des uralten Volkes zu den Sternen tragen. Er würde versuchen, die Warnung, die durch die Äonen zu den Menschen und Aliens der heutigen Zeit hinüber schallte, am Leben zu erhalten. 



Markus Zinnecker, 2016 (Text und Zeichnung)


die Straße

Es gibt eine Straße, auf der wir alle unterwegs sind. Manchmal begegnen wir Anderen, die nur an uns vorüberziehen oder an denen wir vorüberziehen. Manchmal begegnen wie Anderen, die uns ein Stück des Weges begleiten, oft nur für keine kurze Weile, seltener für eine lange Zeit, ganz Wenige gar bis in die Ewigkeit. 

Es gibt eine Straße, auf der wir alle dahinrasen. Getrieben von Anderen, aber vor allem von uns selbst. Zu immer höherer Geschwindigkeit, zu immer größerer Ausdauer. Bis wir irgendwann zerschellen, als zerschlagenes Wrack am Wegesrand liegenbleiben. 

Es gibt eine Straße, die sich wunderbar windet. Durch weite Länder, voll Liebe und Schönheit. Doch wir sehen all diese Wunder nicht, denn wir kennen nur ein nebelumwobenes Ziel, irgendwo in weiter Ferne. In unserem rasenden Wahn erkennen wir nur verzerrte Bilder von Hass und Grausamkeit.

Es gibt eine Straße, an deren Rand wir sitzen, den Anderen beim Rasen zusehen und uns wundern, dass wir einstmals waren wie sie. Das wir uns treiben ließen, von wertlosen Gedanken, von der Suche nach dem Unfindbaren. 

Es gibt eine Straße, auf der gleiten wir ruhig dahin. Dem Ende unserer Reise entgegen, gewiss, dass in diesem Ende ein neuer Anfang liegen wird. Dass am Ende der Straße all jene auf uns warten, die sie vor uns entlangreisten, entlanghasteten, entlangwanderten. 

Es gibt eine Straße, die heißt Leben.



Text und Bild: Markus Zinnecker, 2016

Dienstag, 14. Juni 2016

der Kartenengel

Was ist ein Engel? Wie sieht ein Engel aus und wie verhält er sich? Auf diese Fragen hat wohl jeder von uns eine eigene Antwort. Doch was, wenn wir wirklich einem Engel begegnen? Werden wir ihn dann als solchen erkennen?
Dies wird wohl nur dem gelingen, der stets mit offenen Augen durch die Welt  geht und auch das Unerwartete erwartet, an Orten und in Gestalten, die so anders sind als unsere Vorstellung, das sie uns nur überraschen können.





Irgendwann einmal wanderte ich durch eine alte Stadt, es war ein wunderschöner Sommertag und die Sonne lies die Mauern der uralten Häuser leuchten. Die Menschen auf den Straßen waren guter Dinge und die Cafés überfüllt. Ein Tag, wie es nur wenige im Jahr gibt und der daher besonders wertvoll war. Allerdings sollte es nicht die Erinnerung an die fröhlichen Menschen, an den strahlenden Sonnenschein oder an die besonders schönen Gebäude sein, die den Tag auch im Rückblick besonders wertvoll erscheinen lies. Es war vielmehr eine Begegnung mit einem Menschen, bei dem ich mir rückblickend nicht mehr sicher bin, ob er wirklich ein Mensch war. Sicherlich, er sah aus wie ein Mensch, hatte Arme und Beine, einen Kopf und Hände wie jeder andere Mensch auch. Dennoch, wenn ich heute an diese Begegnung zurückdenke, erscheint es mir, als wäre mir ein höheres Wesen entgegengetreten. Manch einer würde hier wohl von einem Engel sprechen, allerdings halte ich diesen Begriff für gefährlich, denn er beschwört allzuleicht den Gedanken an eine Kitschfigur mit Flügeln und einer Harfe herauf.

Ich wanderte also durch diese Stadt und genoss ihren Anblick, ihre Geräusche und Gerüche. In einer Seitenstraße viel mein Blick auf das Portal einer kleinen Kirche. Anders als die große Kathedrale vor der sich Touristen aus aller Herren Länder drängten, lag sie einsam und ruhig da. Sie versprach der ideale Ort zu Einkehr und Besinnung zu sein, zu einer Pause für Körper und Seele gewissermaßen. Daher trat ich durch das Portal, nahm den Sonnenhut ab und sah mich im Kirchenraum um. Meine Augen brauchten einen Moment um sich an die kühle Düsternis des Gotteshauses zu gewöhnen. Der schlichte Raum mit seinen zwei Reihen einfacher Holzbänke wurde von hohen, bunten Glasfenstern gesäumt. Auf dem reich verzierten Altar standen ein schlichtes Kreuz aus Holz und zwei Kerzen, deren weiches Licht, die Figur des gekreuzigten Heilandes, in sanftes Licht tauchten.
Langsam ging ich den Mittelgang entlang und nahm in einer der vorderen Bänke Platz. Die wohltuende Stille und Kühle der Kirche genießend bemerkte ich zunächst nicht, dass ich nicht allein war. In der seitlichen Nebenkapelle der Kirche saß eine gebeugte Gestalt auf einer Bank, leise murmelnd schien der andere Kirchenbesucher in ein Gebet vertieft zu sein. Es war nicht meine Absicht ihn darin zu stören, daher stand ich so leise wie möglich auf, um die Kirche wieder zu verlassen. Genau in diesem Moment bemerkte ich, dass der andere zu mir aufsah. Offenbar erkannte er meine Absicht und sagte mit leiser, aber kraftvoller Stimme: „Gott zum Gruße junger Freund. Lassen sie sich von mir nicht vertreiben, kommen sie viel mehr her und sehen sie sich noch die Madonna in ihrer kleinen Kapelle an. Sie ist sehr schön und für einen Touristen zweifellos interessant.“ Mehr aus Höflichkeit, denn aus echtem Interesse ging ich hinüber und betrachtete die Statue der Gottesmutter. Der alte Mann hatte recht, sie war wirklich sehr schön, ein wunderschönes Stück mittelalterliche Handwerkskunst. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich dann jedoch etwas, dass mich weitaus mehr fesselte als die Statue: Der Alte hatte nicht gebetet, er beschäftigte sich – hier in der Kirche – mit einem Kartenspiel! Ich sprach ihn an: „Sie haben recht, die Madonna ist wirklich sehr schön. Aber sie können hier doch nicht Kartenspielen! Gehen sie dazu doch ins Wirtshaus.“

Als der Kartenspieler zu mir aufsah, bemerkte ich ein warmes, freundliches Leuchten in seinen Augen. Ja sein ganzes, weiches und faltiges Gesicht wirkte, als würde es von innen her leuchten! Eine merkwürdige Aura von Weisheit und Freundlichkeit schien ihn zu umgeben, als er mir antwortete: „Junger Freund, mein Kartenspiel taugt nicht für den Tisch der Zecher. Setzen sie sich zu mir, dann werden ich ihnen zeigen, was man von diesen Karten lernen kann.“ Unfähig seinen Worten nicht folge zu leisen, setzte ich mich neben ihm auf die Holzbank. Mit einer fließenden Handbewegung schob er die Karten zu einem ordentlichen Stapel zusammen und begann sie dann, eine nach der anderen, wieder auf die Bank zu legen.
Das Ass mein Freund“, sagte er mit ruhiger Stimme, als er die erste Karte vor mir hinlegte, „erinnert mich daran, dass es nur einen Gott gibt, den Herrscher des Himmels und der Erde. Die zwei steht für die zwei Menschen im Paradies, Adam und seine Frau Eva, die Stammeltern aller Menschen. Die Drei lässt mich daran denken, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Wenn ich die Vier sehe, denke ich an die vier ältesten Verkündiger des Evangeliums, die Evangelisten. Matthäus, Markus, Johannes und Lukas. Die Fünf steht für die fünf weisen Jungfrauen. Eigentlich waren es ja zehn, doch fünf von ihnen waren dumm und gingen verloren, die anderen fünf jedoch waren weise und wurden errettet. Eine mächtige Karte ist die Sechs, denn in sechs Tagen erschuf Gott das gesamte Universum, dessen Wunder uns Menschen so staunen lässt. Doch am siebenten Tag ruhte er von diesem Werk und machte diesen Tag zu seinem heiligen Tag. Grauenvoll ist die Acht, denn nur acht Menschen entkamen der Sintflut. Noha, seine Frau und seine drei Söhne, Sem, Ham und Javit mit ihren Frauen. Die Neun erfüllt mich mit Trauer, denn neun der zehn Aussätzigen haben unserem Herrn für ihre Heilung nicht einmal gedankt. Die Zehn erinnert an die Zehn Gebote, die der Herr seinem Volke gab. Der König erfüllt das Herz mit Freude, denn er ist das Symbol für den einen wahren König, für unseren Erlöser Jesus Christus. Die Dame erinnert mich an die gesegnete, heilige Jungfrau Maria. Doch dann ist da noch der Bube, er steht hinter allen anderen und wartet auf die unglücklichen Seelen, denn er ist der Teufel! Nun zählen sie die Punkte aller Karten, es sind dreihundertfünfundsechzig, so viele wie Tage in einem Jahr. Es sind zweifundfünfzig Karten im Spiel, so viele wie ein Jahr Wochen hat. Es sind dreizehn verschiedene Bilder, so viele wie Wochen in einem Vierteljahr. Es sind vier Farben, so viele wie Wochen in einem Monat und zwölf Bilderkarten, so viele wie Monate in einem Jahr. Sehen sie, dieses Kartenspiel ist nicht nur eine Bibel, es ist auch ein heiliger Kalender, der zeigt, wie wundervoll unser Herr auch die Zeit eingeteilt hat.“

Unfähig etwas zu erwidern, nahm ich die Karten in die Hand und lies sie eine nach der anderen durch meine Finger gleiten. Die Erklärung des Alten hatte mich beeindruckt, und als ich aufsehen und ihm dies sagen wollte, war er verschwunden. Ich habe nie erfahren, wer er war und warum er an diesem Tag gerade mir begegnet ist, doch sein heiliges Kartenspiel hat seither vielen Menschen dabei geholfen, die Botschaft der Bibel zu verstehen. 


Text und Bild: Markus Zinnecker, 2014 

Freitag, 10. Juni 2016

Gedanken zur EM



Alle zwei Jahre haben alle das Fußballfieber, nur ich nicht. Aus irgendeinem unverständlichen Grund, bin ich gegen diese Krankheit immun. EM, WM, Bundesliga, alles das gleiche für mich, eine Anzahl Männer in uniformartiger Bekleidung rennen hinter einem Ball her, der in ein Aufgespanntes Netz zu befördern ist. Dabei sehen ihnen Tausende, ja Millionen, zu. Im Stadion, oder vor dem Fernseher oder neuerdings auch beim Public Viewing. Ein merkwürdiges, lautes, buntes und irgendwie faszinierendes Treiben, von dem ich absolut nichts verstehe und das mich nicht mitzureißen vermag. Meine Fußballinfizierten Freunde haben sich daran gewöhnt, dass ich ein solch sonderbarer Sonderling bin. Eine Art harmloser Mutant, der von der Genetik mit Immunität gegenüber dem Fußballvirus geschlagen wurde. 

Trotzdem ist die Fußballbegeisterung der Massen für mich etwas Schönes und Wichtiges, etwas, dem ein hoher Wert innewohnt. Denn es zeigt immer wieder, dass die große Mehrheit der Bevölkerung noch für etwas Gemeinsames zu begeistern ist. Das man sich gemeinsam über etwas freuen und gemeinsam auf ein Ziel hin fiebern kann. Das es manchmal nicht so wichtig ist wer gewinnt, sondern wie gewonnen wird. Das alle vermeintlich großen Probleme unserer Zeit zurückstehen können hinter der gemeinsamen Begeisterung für diese eine Sache. Schade nur, dass es nur ganz wenigen gelingt, diese Begeisterung in die Zeit nach dem großen Fußballevent zu retten. Warum sich dann nicht für etwas anderes begeistern? Wieder gemeinsam auf die Straße hinausgehen und einstehen für etwas, für das sich einzustehen lohnt. Für Frieden, gegen die gnadenlose Ausbeutung unserer Umwelt, gegen den Hass auf die, die anders sind und nur deshalb gehasst und gefürchtet werden, weil man sie nicht versteht. Warum nicht in ein neues Fieber verfallen, in ein Fieber der Begeisterung für das eine große Ziel, nach der Einheit all jener, die erkannt haben, dass diese Welt ein besserer, ein lebenswerterer und ein freundlicherer Ort wäre, wenn die Menschen miteinander, statt gegen einander leben würden.

Denkt mal darüber nach!

In diesem Sinne, euch allen eine friedliche, fröhliche und gemeinsam erlebte Europameisterschaft.



Text: Markus Zinnecker, 2016
Foto: Anton (GNU-Lizenz) https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Fussball.jpg