Samstag, 22. Oktober 2016

Nebelwelt



Der Wanderer genießt den Frieden der eisigen Nebelwelt. Als würde ein Vorhang aus kalter Watte den Gesichtskreis bedecken. 

Der Waldsee ist still, schwarz und leer. Wo sind die Enten hin? Wohl auch vom Nebel verschlungen. Wartend und harrend auf der Sonne nächsten Sieg.

Nichts ist wie es scheint. Schleier und Hülle ist alles was wir mit Augen sehen. Das Herz allein sieht klar und hell, wo der Verstand nur Nebel erkennt.

Darum ist es strahlend hell und schön, wenn die Gedanken zur Geliebten hin wandern. Ein Leuchtfeuer des Herzens, es erfüllt auch den grauen Tag mit Helios` wärmendem Gleißen. 



Text und Foto: Markus Zinnecker
Text 2016 / Foto 2012

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Dunkelheit

Dunkelheit ist die Essenz der Verherrlichung des Lichtes.

Ohne das unendliche Dunkel der Samtschwärze des Alls, wäre den Sternen der brillantene Glanz ihres Feuers genommen. Ohne die Finsternis der Nacht, könnte kein neuer morgen Leuchten und ohne die düsteren Katakomben des Leids wäre die Freude nichts.

Dunkelheit zu verstehen bedeutet das Licht zu verstehen, denn die Dunkelheit ist der Quellgrund des Lichtes. Nur in ihrem verhüllenden Geheimnis kann der Funke springen, der die gleißende Lohe des strahlenden Helios entzündet.

So müssen wir alle sein, Wanderer der Finsternis, Suchende der Nacht. Tastend wie die Blinden, auf den Pfaden der Unwissenheit, hungernd nach dem Brot des Tages und dürstend nach den Labsalen der strahlenden Lichtheit des Tages.